3. Oktober 2026 - Beiträge - Allgemein

„Omas gegen Rechts“ in Gründelhardt: Ein besonderer Kaffeenachmittag

Anna Ohnweiler_Vortrag

„Kommt da wohl jemand?“ – diese Frage stand im Raum, als die Frankenhardter LandFrauen 2025 ihr Bildungsprogramm für 2026 planten. Trotzdem war man sich einig: Anna Ohnweiler, Vorsitzende des Vereins „Omas gegen Rechts Deutschland e. V.“, sollte nach Gründelhardt eingeladen werden. Das Jahresthema des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden lautet 2026 „Demokratie stärken“.

Als verlässlicher Kooperationspartner war die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Gründelhardt-Oberspeltach-Spaichbühl mit dabei. Anna Ohnweiler ist in der Region keine Unbekannte: 2025 erhielt sie gemeinsam mit dem Verein den Scholl-Grimminger-Preis der Stadt Crailsheim. Die Einladung der LandFrauen nahm sie gerne an.

Am 24. September 2026 fand der Kaffeenachmittag im Evangelischen Gemeindehaus  Gründelhardt statt. Die Anmeldungen übertrafen alle Erwartungen. Mehr als 70 Gäste aus Frankenhardt, Crailsheim, Schwäbisch Hall, Bad Mergentheim, Bühlerzell, Kirchberg und Satteldorf – um nur einige Orte zu nennen – kamen zusammen. Die herbstlich dekorierten Tische und eine große Auswahl an Kuchen sorgten für eine gemütliche Atmosphäre. Allen Spenderinnen gilt an dieser Stelle ein herzlicher Dank.

Anna Ohnweiler war gemeinsam mit zwei Mitstreiterinnen bereits am Vormittag aus Nagold angereist. In ihrem Vortrag erzählte sie zunächst von ihrer Kindheit auf einem Bauernhof in einem kleinen Dorf in Rumänien, wo sie bei ihrer Großmutter aufwuchs. Diese Erinnerungen verbindet sie bis heute mit dem Begriff Heimat. Als junge Frau kam sie nach Deutschland und ließ sich in Nagold nieder, das inzwischen zu ihrer zweiten Heimat geworden ist.

2018 gründete sie gemeinsam mit einigen Mitstreiterinnen den Verein „Omas gegen Rechts Deutschland e. V.“. Anlass waren ihre Beobachtungen eines zunehmenden Rechtsrucks in der Gesellschaft. Die Gründerinnen wollten sich dafür einsetzen, dass auch künftige Generationen vor Autokratien und Diktaturen geschützt bleiben. Der bundesweite Verein hat mittlerweile ca. 11.200 Mitglieder und finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, ehrenamtliches Engagement und private Spenden.

Ohnweiler erläuterte, dass Menschenrechte und Menschenwürde für den Verein die Grundlage des Handelns bilden. Der Verein wendet sich nach eigenen Angaben unter anderem gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Ausgrenzung, Verschwörungsideologien, Hass, Hetze und Gewalt.

Mit Nachdruck warb Ohnweiler für den Schutz der Demokratie. Sie verwies dabei auf Artikel 1 des Grundgesetzes und die darin verankerte Würde des Menschen. Demokratie, so ihre Botschaft, müsse aktiv geschützt und gemeinsam verteidigt werden.

Zum Abschluss richtete sie einen eindringlichen Appell an die Anwesenden und forderte sie unter anderem dazu auf, sich gemeinsam gegen Demokratiefeindlichkeit einzusetzen.

Dem Vortrag folgte eine anregende Diskussion.